Aktuelle Seite: BerichteOberpfaelzer Tauberer in Afrika

Oberpfaelzer Tauberer in Afrika

fahneOberpfälzer Tauberer in

Afrika 

Ja was haben wir alles gesprochen in den zwei Jahren auf diversen Stammtischen und Siegerehrungen. Ja nach Afrika zum ONE MILLION DOLLAR RACE da müssen wir auch mal hin. Die Zeit verging, aber keiner flog nach Afrika. Doch dann im Herbst 2009 ein Anruf vom Walter Schlenk. Also Berthold du hast noch einen Tag Zeit um dich zu Entscheiden und dann müssen wir uns bei der Frau Schilling anmelden.

suncity001

Was tun? Also gut ich habe zwar keine Tauben in Afrika dabei, aber das schauen wir uns trotzdem mal an. Ende Januar 2010 ging es los. Aus dem engeren Umkreis waren wir dann zu dritt. Der Walter Schlenk, der Günter Götz und ich, die gesamte Gruppe bestand aus 13 Teilnehmern.

Nach 12 Stunden Nachtflug sind wir am Morgen in Johannesburg angekommen. Nach der Landung ging es gleich per Bus nach Sun City. Die Hotelanlagen von Sun City waren der Hammer. Luxus pur! Am nächsten Tag war natürlich gleich mal ein Besuch auf dem Taubenschlag eingeplant. Na mal schauen wie in Afrika Taubenschläge aussehen dachte ich mir. Siehe da gepflegte Anlagen. 4 große Schläge für ca. 5500Tauben.suncity002 In der Schlaganlage durften sich alle Besucher frei umsehen. Am Nachmittag war dann auch noch Grillen auf dem Gelände angesagt. Dies war dann auch gleich mal die erste Gelegenheit andere Züchter kennen zu lernen. Der eine kam gerade aus China wo er an einem Tribühnenflug teilgenommen hatte. Die anderen kamen aus Irland. Der nächste aus Holland usw. Am Ende waren es ca. 550 Taubenzüchter aus 31 Ländern, welche extra wegen dem Endflug nach Sun City angereist waren. Schnell wurde ausgemacht wo sich abends etwas abspielt. Dabei hatte sich anscheinend über die letzten Jahre schon eingespielt, dass sich die deutschen Taubenzüchter in einer bestimmten Bar treffen. Wir wollten natürlich jetzt nicht diejenigen sein, welche diese Tradition brechen würden. Somit ergaben sich lange fachliche Diskussionen welche mit der Länge des Abends natürlich immer undeutlicher wurden.

suncity004Am nächsten Tag war dann für den Abend das offizielle Willkommen Grillen angesagt. Dafür wurden extra am Strand des Wellenbades Bänke aufgebaut. Grillfleisch und sonst noch alles mögliche zum Essen war aufgetischt. Mit Worten lässt sich jetzt die Stimmung des Abends nicht beschreiben. Also bei 30 Grad um 22.00 abends mit 550 Tabenzüchtern im freien Sitzen ist schon mal ein schönes Erlebnis „Der Hammer“. Hinter uns haben die Irländer gefeiert und Trinklieder gesungen. Neben uns waren welche aus Australien. Ja und die Holländer und Belgier haben sich auch nicht lumpen lassen. Der Abend eilt dann mit Gesprächen dahin. Wir lernten dann auch noch einen Züchter aus Nürnberg kennen. Da musst du nach Afrika fliegen um eine Taubenzüchter aus Nürnberg kennen zu lernen. Safari musste natürlich auch sein. Aber Abfahrt war um 05.00 in der Nacht. Puh wenn da nur nicht immer der Pflichttermin mit der Bar gewesen wäre. Die Big Five wollten wir sehen. Aber das haben die Löwen ja nicht gewusst. Somit sind wir quer durch die Steppe gefahren und haben keinen Löwen gefunden. Unserem Führer wurde es dann auch etwas zu blöd. Halt stopp dort drüben im Gebüsch der weiße Punkt das sind Löwen. Also ich bin mir heute noch nicht sicher ob das gestimmt hat. Aber so eine Safari ist schon was für die Gänsehaut.

suncity003Tag des Einsetzens für den Endflug. Am Vormittag waren wir beim Einsetzten vom Schlag in den Kabi dabei. Am Nachmittag wurde extra in einer großen Halle (dem Super Bowl) ein Bereich mit Netzen überspannt und in diesem Käfig konnten alle die wollten beim einsetzen und registrieren der Tauben mitwirken. War schon interessant mal zu sehen wie unterschiedlich die Tauben im Gefieder standen. Auch konnte man erkennen dass sich die weißen Federn in der intensiven Sonne auflösen. Ja ehrlich die Federn waren fast bis auf den Kiel zerstört. Die Tauben waren jedenfalls in einer super Verfassung. Kompliment den Veranstaltern. Langsam konnte man den Züchtern jetzt schon anmerken, dass die Anspannung stieg. Schließlich geht es ja für die erste Taube um 200.000 Dollar Preisgeld. Das reicht aber noch nicht . Die Hälfte von der Versteigerungssumme kommt ja auch noch dazu. Und nicht zu schweigen von den Wetten welche nebenbei noch getätigt wurden. Das eine oder andere Mal mussten wir schon Luft holen welche Summen da noch gehandelt wurden.

Für den Flugtag war alles bis ins kleinste Detail vorbereitet und durchdacht. Die Züchter dürfen an diesem Tag ja nicht zu den Schlaganlagen. Extra für diesen Flug wurde eine große Veranstaltungshalle dafür eingerichtet. 2 ganz große Videowände mit Livebildern von der Schlaganlage. Um 6.00 Uhr Start im 559 km entfernten Hopetown, einen kurzfristig veränderten Auflassplatz wegen ungünstigen Wetter. Hitze, weit über 30 Grad und Gegenwind prägten den Wettbewerb. Auf der Flugstrecke wurden verteilt Tauben gestartet. Somit konnten von diesen Tauben die Flugmeter verwendet werden um abzuschätzen, wann die ersten Tauben aus dem Wettflug erwartet werden.

Die Spannung stieg und stieg. Das knistern war direkt zu hören. Und jetzt da, um 15.42 Uhr auf der Videowand, die ersten 2 Tauben legen zum Landen an. Das fallen einer Stecknadel hätte man hören können. Ja und jetzt geht doch endlich in den Schlag damit ihr konstatiert werden könnt. Auf der zweiten Leinwand war bereits die noch leere Preisliste eingeblendet. Jetzt die erste geht rein. Nein doch nicht jetzt dreht das Luder wieder um. Also wirklich das ging einige Minuten zwischen den ersten beiden so hin und her. Während dessen begannen die ersten Züchter zu pfeifen und zu locken. Half ja aber nichts die Tauben waren ja 2 Kilometer weg. Das Beste war, als sich einer unter die Leinwand stellt und seinen Hut hoch warf als wollte er die Tauben aufscheuchen.

suncity005Dann endlich, die erste ging in den Schlag. Die Nummer wurde an der Leinwand angezeigt. Und direkt am Tisch neben uns begann lautes Gebrüll. Ja, „Ali“, die Tschechen waren jetzt um 200.000 Dollar reicher. Wau! Von unserer Gruppe waren leider keine Tauben dabei.

Am Abend dieses Tages war dann noch die große Siegerehrung angesetzt. Ein riesen Saal, alle Tische in Weiß gedeckt. Ein Buffet unglaublich! Musik, Tanz, gute Laune und kein Neid den Siegern gegenüber. Am nächsten Tag startete gleich die Versteigerung der zurückgekehrten Tauben. Also da wurden wieder Summen umgesetzt. Einfach nicht zu glauben. Die meisten Tauben werden ja auch von den Südafrikanern gesteigert. Die geben ganz schön Geld dafür aus.

suncity006

In den vergangen Tagen hatten wir uns auch vorgenommen dass wir uns das Hotel „ The Palace of the Lost City“ ansehen. In Bezug auf Größe, Luxus, und Komfort gehört es zum Besten was ganz Südafrika zu bieten hat. Und ich kann sagen es stimmt. Wau ist das ein Hotel. Leider konnten wir uns eine Nacht in diesem Hotel nicht leisten. Ein Monatsgehalt für eine Übernachtung ist doch etwas zu teuer.

Ja also mit Worten kann man diese Reise nicht richtig beschreiben. Ich muss sagen dass dies wirklich die inoffizielle Brieftaubenweltmeisterschaft ist. Jeder der sich für Brieftauben begeistert sollte sich das mal ansehen.

Vielleicht ist es mit diesem Vergleich noch möglich das ganze noch etwas zu beschreiben.

Verglichen mit einem Fußballfan könnte man sagen ist es so als wären wir mit dem Beckenbauer und dem Platini am WM – Endspiel in Südafrika in der VIP - Loge gesessen und hätten mit ihnen zusammen ein Glas Sekt getrunken.

suncity008

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

suncity007

 

 

 

 

 

 

Berthold Demleitner
mit freundlicher Unterstützung von Walter Schlenk.

 

Zum Anfang